Erster Blick auf den Epson Stylus Pro 3880
Sonntag, September 27th, 2009Im Fine-art-Druck bis A2/17-Zoll markiert der Epson Stylus Pro 3800 bislang die Spitzenposition – in vier Wochen wird der Nachfolger Stylus Pro 3880 zu einem Listenpreis von 1665 Euro (inkl. MwSt) auf den Markt kommen. Ich hatte bereits Gelegenheit, mir den Drucker anzuschauen und mit Epson-Mitarbeitern über Details des Geräts zu sprechen.
Äußerlich ist der Stylus Pro 3880 nur durch den Modellnamen vom Vorgänger zu unterscheiden – und durch die zwei Tintenpatronen mit den neuen Tinten Vivid Magenta (Kennung T580A) und Vivid Light Magenta (T580B). Die anderen Ultrachrome-K3-Tintenpatronen mit 80 ml Füllmenge im Gerät waren dieselben, wie sie auch im 3800 zum Einsatz kommen (was heißt, dass für den 3880 auch ihre Chip-Codierung nicht geändert wurde). Mit dem neuen Tintensatz, der eine erhöhte Saturation bei Blau- und Magentatönen ermöglicht, ist der 3880 nun in Linie mit den größeren Geräten der XX80-Klasse. Für Epson war die Hauptmotivation, Kunden im Proofbereich mit dem 3880 denselben Druckergamut wie beim 7880, 9880 und 11 880 anzubieten, weniger habe man dabei auf den Fine-art-printing-Bereich geschaut. Der profitiert allerdings auch davon, dass sich die Graustabilität und Metamerieunanfälligkeit mit der neuen Tintenrezeptur weiter erhöht. Die auf Ausdrucken sichtbaren Unterschiede zum Vorgänger dürften aber nur minimal sein – für Besitzer des 3800 also kaum Anlass, über einen Wechsel nachzudenken.
Zudem habe ich auch ein Detail zum Tintenverbrauch erfahren. Der 3800 und jetzt der 3880 bieten ja gegenüber beispielsweise dem 2880 den Vorteil, Mattschwarz und Photoschwarz gleichzeitig installiert zu haben und zwischen diesen automatisch umschalten zu können. Einen Tintenverbrauch beim Wechsel gibt es selbstverständlich dennoch, und der soll nun beim Wechsel von Matt- auf Photoschwarz 4,5 ml und beim Wechsel von Photo- auf Mattschwarz 1,5 ml betragen. Es bleibt also die Empfehlung, einen solchen Wechsel erst dann zu machen, wenn sich eine Reihe von Druckaufträgen für den anderen Medientyp (Glanz- oder Mattpapier) angesammelt haben. (Nebenbei habe ich übrigens erfahren, dass Epson im Herbst neue Papiere auf den Markt bringen wird.)
Im Zusammenhang mit den neuen Tinten ist auch die innere Beschichtung der Druckköpfe geändert worden, laut einem Epson-Mitarbeiter ist dies der Viskosität der neuen Tinten geschuldet. Auch sollen Reinigungszyklen dadurch schneller und mit weniger Tintenverbrauch erfolgen.
Neben Vivid-Magenta und Druckkopfbeschichtung ist die dritte Neuerung am interessantesten für Fine-art-Printer. Als Auftragsforschung für Epson entstand am Munsell Color Science Laboratory des Rochester Instituts of Technology eine neue Rasterungstechnik namens Accu Photo HD2. Mit ihr soll die Gradation in Farb- und Graustufenübergängen verbessert werden, und das insbesondere auch im Schwarzweißdruck, wo es sich vor allem im Lichterbereich bemerkbar macht. Bei High-key-Hauttönen in Ausdrucken des 3880 macht sich das nach meiner Beobachtung sichtlich bemerkbar; der Übergang in absolutes Weiß ist kornfreier. Accu Photo HD2 sorgt auch für eine größere Homogenität der Farbdichten bei verschiedenen Auflösungsstufen. Laut Epson kann man so ein einziges ICC-Profil für verschiedene Druckauflösungen einsetzen.
Da von Hewlett-Packard und von Canon in der Formatklasse Blattware bis 17 Zoll nichts neues zu vernehmen ist (die 17-Zoll-Lücke zwischen einem HP B9180 oder einem Pixma Pro 9500 Mark II und den größeren Rollendruckern bleibt bestehen), wird der Stylus Pro 3880 seinen Vorgänger vorerst ungehindert als Referenz ablösen können. Weiteres zum Stylus Pro 3880 werde ich in diesem Blog nach ersten Praxiserfahrungen posten.
Getestet: ColorChecker Passport Kameraprofilierung für Raw-Fotografen
Freitag, September 18th, 2009Erst kürzlich habe ich in diesem Blog auf Raw-Kameraprofile hingewiesen und dabei auch den DNG Profile Editor erwähnt. Jetzt gibt es von Xrite eine neue Lösung namens ColorChecker Passport, bestehend aus einem Referenzfarbkarten-Set für die Aufnahme und aus einer Software, die automatisiert für die Erstellung eigener Kameraprofile sorgt. Das Referenzfarbkarten-Set besteht aus einem ColorChecker Classic (entspricht dem ColorChecker Classic oder Mini), einem Optimierungs-Target für das Neutralisieren, Abkühlen oder Wärmen der Weißbalance sowie einem Weißabgleichs-Target mit einer 18%-Graufläche. Alle drei Targets sind praktisch in einem aufklapp- und austellbaren Fächer kombiniert.
Zusätzlich gibt es zur Verwendung mit dem Color Checker Classic eine Software, die bequem das Erzeugen eigener Kameraprofile für Lightroom und Camera Raw/Photoshop erledigt.
(Update 21.09.09) Wie mir Xrite bestätigte, gibt es die Software für Besitzer des ColorChecker Classic oder ColorChecker Mini „free of charge“ hier zum Download. Enthalten sind eine Stand-alone-Version und das Plug-in für Lightroom.
Ich hatte bereits Gelegenheit, sie mit Raw-Aufnahmen eines ColorChecker Mini zu testen, der Ablauf – hier für Lightroom – ist sehr einfach:
Nach Installation des ColorCheckerPassport-Plugins wählt man eine Aufnahme mit dem Target aus und wählt im Bibliothek-Modul von Lightroom „Exportieren“. Im nun erscheinenden Dialog gilt es im Prinzip nur, das Profil zu benennen.
ColorChecker Passport erkennt nun automatisch die Farbfelder des Targets (es darf wie in dieser Aufnahme dabei ruhig verwinkelt sein), gleicht es mit den Sollwerten ab und erzeugt das eigene Kameraprofil.
Nach einem notwendigen Neustart von Lightroom steht das Kameraprofil nun bereit und kann auf weitere Aufnahmen dieser Lichtsituation angewendet werden.
Eine kleine Hintergrunderklärung: Die Kameraprofile in Lightroom und Camera Raw/Photoshop sind für die Farbinterpretation der Raw-Dateien zuständig, vergleichbar den Bildstilen (Standard, Landschaft, Porträt,…), die in der Kamera für JPEG-Bilder angeboten werden. Was ColorChecker Passport (die Software) macht, ist die möglichst farbgetreue Kalibrierung anhand des Targets. Wenn man mit zwei Aufnahmen für zwei verschiedene Lichtarten (beispielsweise 6500K und 3200K) profiliert, sind die so erzeugten Profile für praktisch alle Lichtverhältnisse geeignet. Man kann das Kameraprofil also für Blitzlicht, Tageslicht, Glühlampe und so einsetzen und für all diese Farbtemperaturen einen Weißabgleich machen. Wer es für eine Lichtart exakter haben will, macht ein Kameraprofil für diese eine Lichtart und braucht dafür nur eine ColorChecker-Aufnahme. Im hier gezeigten Beispiel wird nur für eine Lichtart profiliert – das bezeichnet man auch als szenenbezogene Profilierung.
Fazit: Eine eigene Kameraprofilierung ist nichts Neues, das erledigte schon der kostenlose DNG Profile Editor (dazu habe ich übrigens einen Artikel geschrieben, der in Ausgabe 12/09 der Macwelt erscheinen wird). Neu ist die Automatisierung, die etwas andere Profilierungsroutine und natürlich das praktische, on-location-geeignete Target-Set. Nach meinen ersten Tests sind die ColorCheckerPassport-Kameraprofile schon ziemlich genau in der Neutralität der Farbwiedergabe. Das sehr einfache Erzeugen der Profile macht ColorChecker Passport zu einem empfehlenswerten Mittel für Raw-Fotografen, die mit Lightroom und Camera Raw arbeiten und einen szenenbezogenen Farbabgleich schätzen.
(Update 27.10.09) Nachdem ich neue Testbilder mit der Panasonic DMC GF-1 aufgenommen habe, ist mir eine „Unverträglichkeit“ von Color Checker Passport aufgefallen. Das Programm benötigt DNG-Dateien zur Kameraprofilerstellung. Als Plug-in für Lightroom erzeugt es dieses Dateiformat temporär, die Stand-alone-Version benötigt direkt DNG-Dateien. Jedoch versteht Color Checker Passport bei bestimmten Kameramodellen wie der DMC GF-1 nicht die aktuellste DNG-Version (Camera Raw 5.4 und höher), man muss eine ältere DNG-Version (Camera Raw 4.6 und höher) verwenden. Wenn also die Kameraprofilierung direkt aus Lightroom nicht klappt (bei mir kam auch nur der Hinweis, dass das Target nicht erkannt wurde), hilft nur das Erzeugen einer DNG-Datei älterer Spezifikation von Hand. Lästig.
(Update 25.2.10) Mittlerweile ist ein Update auf Version 1.0.1 erschienen, mit dem jetzt alle Kameras unterstützt werden, die auch in Adobe Camera Raw 5.4 (und neuer) unterstützt werden. Dies beinhaltet unter anderem die FujiFilm FinePix-Reihe, Leica D-Lux 4, die Panasonic DMC-Reihe, Nikon D1X, Olympus C5060WZ und andere.
(Update 01.6.10) Zum Verwalten eigener DNG-Kameraprofile gibt es seit heute den DNG Profile Manager.
Der Himmel der Erde
Mittwoch, September 16th, 2009Fantastisches Projekt! Serge Brunier hat mit einer Nikon D3 in 30 Nächten bei zwei Observatorien, eines auf der Südhalbkugel und eines auf der Nordhalbkugel unserer Erde, den ganzen die Erde umspannenden Nachthimmel aufgenommen.
Über 1200 Fotografien mit je sechs Minuten Belichtungszeit entstanden dabei und wurden von Frédéric Tapissier mit dem Programm Autopano Pro Giga zu einem riesigen Einzelbild mit 800 Millionen Pixel zusammengesetzt – hier als Großformatdruck (12 x 6 m) in der (schon beendeten) Ausstellung „Un ciel pour une planète“ im Atrium des Monte-Carlo Casino, Monaco, zu sehen. Ebenfalls sehr sehenswert ist seine Online-Galerie zu diesem Projekt, in der auch die Entstehungsgeschichte erklärt wird. Wer die Seite ganz herunter scrollt, findet noch ein Timelapse-Video als Leckerbissen.
Camera Raw 5.5 und Lightroom 2.5 verstehen bereits die Panasonic DMC-GF1 (aktualisiert 27.09.)
Dienstag, September 15th, 2009Jetzt final. Adobe bedankt sich über das Feedback der Tester der Release-Version. Neu unterstützte Kameras: Nikon D300s, Nikon D3000, Olympus E-P1, Panasonic DMC-FZ35 (USA, Asia) und Panasonic DMC-GF1.
Und gleich ein blödes Mißgeschick: Die Panasonic DMC-FZ35 hat in Europa den Modellnamen DMC-FZ38. Obwohl baugleich, werden die europäischen Modelle wegen ihres anderen Namens in den Metadaten nicht erkannt. Ein späteres Update soll dies lösen.
Mehr Infos auch zu der verbesserten Demosaicing-Routine für Kameras mit Bayer-Sensor und einem „ungleichen“ Verhalten im Grünkanal: Betroffen sind Kameras von Olympus, Panasonic und Sony nebst einigen anderen Herstellern, nicht aber Kameras von Canon und Nikon.
((edit 27.09.09)) Lightroom-Anwender, die Raw-Dateien von Sony, Olympus oder Panasonic auf einem PowerPC-Mac bearbeiten, erzeugen in Camera Raw 5.5 und Lightroom 2.5 mit dem Wiederherstellung-Werkzeug eventuell unerwünschte Artefakte in den Lichtern. Dies hängt mit dem in Version 2.5 geänderten Demosicing zusammen. (mehr auf englisch im Lightroom-Blog)
Siehe auch Camera Raw 5.5 Vorabversion und Neues Raw-Format und Camera Raw.
Kameraprofile in Camera Raw und Lightroom
Donnerstag, September 10th, 2009Bis Camera Raw 5.1 und Lightroom 2.1 hat Adobe je Kameramodell ein Standardprofil erstellt und dies gegebenfalls noch einmal überarbeitet. Deshalb gibt es für bestimmte Kameras zwei ACR-Profile, benannt etwa „ACR 3.5“ oder „ACR 4.4“.
Seit ACR 5.2 und Lightroom 2.2 neu sind aber zusätzlich Kameraprofile, die viele Anwender noch nicht bemerkt haben. Während die bisherigen Adobe-Standard-Profile, immer mit dem Vorsatz „ACR“ und Versionsnummer benannt, möglichst exakt und neutral die Farbaufzeichnung des Sensors darstellen sollen, sind die zusätzlichen Kameraprofile für Farbinterpretationen zuständig, wie sie die Hersteller auch für JPEG-Bildstile in ihren Kameramenüs anbieten. Sie zeigen für dasselbe Motiv ein verschiedene Farbwiedergabe, hier im Beispiel für Raw-Dateien von Canon-Kameras:
Camera Faithful – das ist die möglichst getreue Wiedergabe der Sensorinformation
Camera Landscape – betont die Farbigkeit von Grün und Blau
Camera Neutral – Fokus auf eine möglichst farbneutrale Wiedergabe, gemäß der Neutral-Interpretation des Herstellers
Camera Portrait – hier werden Hauttöne geschont und nicht zu saturiert, aber lebendig interpretiert
Camera Standard – gibt die normale Farbinterpretation der Kamera wieder
Die Unterschiede sind schon sehr deutlich, wie man an diesen drei Wiedergaben derselben Raw-Aufnahme einer Canon EOS 350D sehen kann:
Auch für Kameras von Nikon und anderen Herstellern sind solche Kamera-Bildstile im Angebot. Adobe setzt dafür immer das Wort „Camera“ vor die Bildstilbezeichnung.
Es geht aber noch mehr: Man kann sogar eigene Kameraprofile erzeugen – dazu dient das kostenlose Programm DNG Profile Editor, das es hier nach Registrierung zum Download gibt.
Snow Leopard & Bildbearbeitung & Drucker
Sonntag, September 6th, 2009Einige Hinweise zu Bildbearbeitungsprogrammen und Druckertreibern mit dem neuen Mac OS X 10.6 (Snow Leopard).
Photoshop CS4:
Läuft insgesamt gut unter Snow Leopard. Kleinere Probleme: Bestehende Droplets funktionieren nicht; Ändern nummerischer Werte mit den Pfeiltasten hat verlangsamte Reaktion; verändertes Cursor-Verhalten bei geöffneten Fenstern mit Flash-Inhalten (z.B. Configurator-Panels) und älterem Flash-Player; Apples neuer Menlo-Font verträgt sich nicht mit Photoshop; Bridge crasht bei gedrückter Maustaste im Vorschau-Modus
Lightroom 2.x:
Die Installation von Version 2.0 von CD funktioniert nicht. Man sollte ohnehin die aktuelle Version 2.4 (demnächst 2.5) downloaden und installieren; von der gekauften CD-Box wird dabei nur die Seriennummer benötigt.
Photomatix Pro:
Vor ein paar Tagen ist die aktuelle Version 3.2.2 für Mac auf Deutsch erschienen und läuft unter Snow Leopard. Update empfohlen!
Nikon Capture NX 2.2.x:
Tja. Version 2.2.0 läuft, Version 2.2.2 nicht. Hier gibt es eine wenig auskunftreiche Nikon-Info dazu.
DxO Optics Pro 5.x:
Läuft eindeutig fehlerhaft. Update abwarten. Von DxO Labs gibt es dazu noch keine Auskünfte.
Capture One 4.8.2:
Die aktuelle Version crasht. Phase One vertröstet auf die nächste Version und bietet einen Workaround an. ((edit : gelöst, Version 4.8.3 ist erschienen))
Epson-Drucker:
Nach einer Systemaktualisierung können Treiber nicht mehr oder nicht mehr im vollen Umfang funktionieren. Lösung: Bestehende Treiber deinstallieren; Rosetta von System-DVD/weitere Installationsoptionen installieren (wird für das Vise-Installationsprogramm benötigt). Druckertreiber neu installieren. Eine F&A gibt es bislang nur auf Epsons US-Website. Die Treiber für Large-Format-Drucker sind noch nicht in die automatische Treiberaktualisierung aufgenommen.
HP-Drucker:
Auf der Snow-Leopard-Installations-DVD fehlen eine ganze Reihe Druckertreiber. Bei Problemen nach Systemaktualisierung sollte man mit dem HP-Deinstaller den Treiber entfernen und aktuelle Treiber über die automatische Treibereraktualisierung (die die Druckertreiber von einer Apple-Website lädt) oder von der HP-Site besorgen. Über Apples Support-Seiten werden manche Druckerbesitzer fälschlicherweise auf Ricoh-Treiber verwiesen. Sicherer ist es, direkt in Apples Liste aktueller Support-Downloads zu schauen.













