
Muss ja nicht sein, gleich in die Überschrift zu schreiben, dass ich eine Woche Blogpause mache und in die Berge verdufte.
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Seilschaft
Freitag, August 28th, 2009Photoshop-Klassiktipps up to date, Teil 2: Der „Tonwertzerstörer“
Donnerstag, August 27th, 2009Es gibt so einige klassiche Photoshop-Tipps, die man gerne immer wieder hervorkramt oder nach denen man seit Jahren arbeitet. Dann sind sie auch so richtig schön in Fleisch und Blut übergegangen, doch verpasst man dabei leicht, dass man schon zwei, drei Photoshop-Versionen weiter ist. Da sind dann einige neue Techniken hinzu gekommen, die solche alten Tipps ein wenig aufpolieren, sprich besser, schneller, leichter machen.
Diesesmal geht es allerdings eher um einen Tipp, der besagte, mit einer bestimmten Funktion auf gar keinen Fall zu arbeiten, denn die sei die Bildzerstörer-Funktion schlechthin. In Folge mieden Generationen von Photoshop-Anwendern die Funktion „Helligkeit/Kontrast“ wie der Teufel das Weihwasser – und viele von ihnen bis heute. Berechtigterweise, denn tatsächlich beförderte diese Funktion bei Anwendung viele Pixel ins Nirvana an den Enden der Tonwertskala, was zwar den Kontrast steigerte, aber gleichzeitig dem Bild Weiß- und Schwarzbeschneidungen par excellence bescherte und die armen, übriggebliebenen Tonwerte so spreizte, dass zum Beispiel Himmel sich in unschönster Stufigkeit zeigten. Die Helligkeitsregelung mit diesem Dialog war weniger schlimm, aber auch arg, sie hob und senkte alle Tonwerte gleichermaßen, was ebenfalls zu Beschneidungen führte.
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Neues Raw-Format und Camera Raw
Montag, August 24th, 2009Immer wieder landet jemand mit einer Suche auf meinem Blog, bei der anscheinend herausgefunden werden soll, wie man Adobe Camera Raw (ACR) vertickert, ein bestimmtes Raw-Format zu öffnen. So zum Beispiel gestern, als jemand wissen wollte, mit welcher ACR-Version Raw-Dateien der noch nicht einmal erschienenen (!) Canon Powershot G11 zu öffnen sind…
Wie auch immer, ich nehme das mal zum Anlass, ein paar Hilfen hierzu zu geben:
Eine Liste aktuell unterstützter Kameras, also von der neuesten offiziellen Camera-Raw-Version (momentan, am 24.08.2009, 23:37 Uhr, ist das Version 5.4) erkannte Raw-Formate der Kameras, und den Download-link der aktuellesten Camera-Raw-Version findet ihr hier:
Camera-Raw-Hauptseite
Voraussetzung ist, dass man mit der aktuellen Version von Photoshop arbeitet, das ist momentan Version CS4 (Photoshop-Version 11.0.1). Auch Elements öffnet zumindest die Grundfunktionen von ACR (aktuell Elements 7 für Windows und, noch, Elements 6 für Mac).
Ältere Photoshop-Versionen (CS3, CS2,…) verstehen über ebenfalls ältere Camera-Raw-Versionen viele, ebenfalls ältere Kamera-Rawformate. Bei CS3 ist die aktuellste nutzbare Camera-Raw-Version 4.6, bei CS2 ist dies Camera Raw 3.7. Beide Versionen sind hier für Mac und hier für Windows downloadbar.
Was aber machen, wenn man eine neuere Kamera hat, dessen Raw-Format nicht von der eigenen, älteren Photoshop/ACR-Version erkannt wird, beispielsweise eine Nikon D300 und Photoshop CS2? Hier funktioniert der Umweg über den aktuellen DNG Converter. Dieser wandelt das herstellereigene Raw-Format in das universelle und ab ACR 2.4 (von Juni 2005) lesbare DNG-Format. Den aktuellen DNG Converter gibt es immer hier für Mac und hier für Windows.
Ganz ungeduldige Besitzer neuester Kameras finden immer wieder so genannte Release Candidates (Vorversionen) der nächsten Camera-Raw-Version bei den Adobe Labs. Momentan ist dies ACR 5.5 RC.
Schließlich noch ein Wort zur Installation: Das Camera-Raw-Zusatzmodul gehört nicht in den Zusatzmodule-Ordner von Photoshop. Der genaue Installationspfad steht im Readme zum Download, das erspare ich mir jetzt hier.
Ganz schließlich: Lightroom-Besitzer haben nichts vom Camera-Raw-Zusatzmodul; bei Lightroom ist die Kameraprofilebibliothek im Programm integriert. Was heißt, dass man auf die nächste Lightroom-Version warten muss, wenn seine Kamera noch nicht unterstützt wird. Bei älteren Lightroom-Versionen gilt übrigens oben beschriebener DNG-Umweg auch.
Noch Fragen? Dann Kommentar schreiben…
Camera Raw 5.5 Vorabversion
Mittwoch, August 19th, 2009Wer als stolzer Besitzer der
Nikon D3000
Olympus E-P1
Panasonic DMC-FZ35
nicht abwarten mag, bis die fertige Version von Adobe Camera Raw 5.5 erscheint (so etwa von heute ab in vier bis sechs Wochen) oder für das Camera-Raw-Team um Thomas Knoll Feldtester machen will, kann hier für Mac und hier für Windows die Vorab-Version (Release Candidate) von den Adobe Labs herunterladen. Neben der Unterstützung der vier genannten neuen Kameras gibt es als weitere Änderung noch einen korrigierten Demosaicing-Algorithmus für Bayer-Sensoren mit ungleichen (unsymetrischen?) Antwortverhalten der grün gefilterten Sensorelemente. Welche Kameras davon betroffen sind, darüber schweigen sich die ACR-Entwickler bislang aus.
Lightroom: Export mit eigenem Arbeitsfarbraum
Dienstag, August 18th, 2009Immer wieder höre ich, dass Lightroom 2.x so wenig Arbeitsfarbräume anbietet. Das ist zum einen richtig, zum anderen falsch. Intern verwendet Lightroom einen einzigen Arbeitsfarbraum, der eine modifizierte Version von Pro Photo RGB ist. Diese Modifizierung ist, dass das Gamma des internen Farbraums 1,0 beträgt, der Farbraum selber also linear ist. Für den Export in andere Farbräume bedeutet dies, dass nur eine Gammakorrektur auf die Bilder angewendet wird und für die Bildschirmdarstellung mit einer auf unsere visuelle Sehgewohnheit angepasste Helligkeitsverteilung erfolgt die Gammakorrektur on-the-fly auf Basis einer sRGB-Kurve mit Gamma 2,2 (der Monitor sollte daher auch auf Gamma 2,2 kalibriert sein).
Beim Export jedoch lässt sich die Anzahl der Arbeitsfarbräume, also jener, die in Lightroom-Entwicklungen eingebettet werden, beliebig erweitern, sofern das Profil ein Graustufen- oder RGB-Profil ist. Im hier gezeigten Bildschirmfoto vom Datei-Exportieren-Dialog sind beispielsweise die Arbeitsfarbräume eciRGB v2 und Wide Gamut RGB zusätzlich zu den drei Standard-Exportfarbräumen gelistet. Das gewünschte Profil kopiert man einfach in den Ordner „Color Profiles“, der sich im Dateipfad „Application Support > Adobe > Lightroom“ befindet. Der Dateipfad selber befindet sich am Mac im User>Library-Ordner und am PC unter „Dokumente und Einstellungen > User > Anwendungsdaten“.
Die Ich-knips-mich-Kamera
Freitag, August 14th, 2009Das musste ja kommen: Die Kamera für den Selbstportrait-Fotografen. Samsung bringt Anfang September die ST500 und die ST550, die mit einem zweiten, vorderseitigen Display ausgestattet sind, in die Läden. Damit sieht sich der Selbst-Fotograf (was beispielsweise so ungefähr 90 Prozent der Abgebildeten bei Friendscout und Co. sind) im Moment der Aufnahme selber. Beim Berühren des Vorderseitendisplays schaltet die Kamera direkt in den Portrait-Modus, einen spannungssteigernden Countdown gibt es auch (ob zudem ein Schminkspiegel-Modus wählbar ist, habe ich noch nicht herausfinden können). Die eingebaute Gesichtswiedererkennung klärt dann die Frage „Das bin wirklich ich?”, die sich erfreulicherweise oft nach Anwendung des eingebauten Beauty-Modus stellt.
Die ST550 unterscheidet sich von der ST500 durch eine HDMI-Schnittstelle und einen Animationsmodus für Kinder, die die Kamera per Selbst-Modus bedienen. Dabei erscheint dann eine laut Samsung “lustige” Animation auf dem Vorderseiten-Display, die die lieben Kleinen zum Lachen bringen soll. Sollte es einen dabei vor Lachen schütteln, versucht der optische Bildstabilisator, die Aufnahme zu retten. Möglicherweise denkt Samsung auch über Animationen für Erwachsene nach (gute und selbstverständlich nur politisch korrekte Vorschläge bitte per Kommentar mir zukommen lassen, ich leite sie dann an Samsung weiter).
Still und Movie: Ein neues Akronym
Dienstag, August 11th, 2009Hey, es wird Zeit, sich ein neues Akronym anzueignen:
DSMC (Digital Stills and Motion Camera). Oder, je nach Präferenz: DMSC (Digital Motion and Stills Camera).
Nachdem selbst Kompaktdigitalkameras Filmchen in HD aufzeichnen und Firmen wie Sony, Panasonic und Canon ohnehin Pro-Erfahrung aus der Movie-Welt mitbringen, darf jetzt auch der Standfotograf in laufenden Bildern in akzeptierter Qualität aufzeichnen. Er muss nur aufpassen, dass ihn der Kameramann nicht sein gutes Stück aus der Hand reißt, weil er gerade das passenderere Objektiv dran hat. Hier ein interessanter Vergleich der Canon 5D MII, der Panasonic Lumix GH1 und der Red One, im Einsatz mit verschiedenen Objektiven (via Byrns & Sawyer):
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Buchtipp: Michael Freemans Kunst der perfekten Belichtung
Dienstag, August 4th, 2009Gleich vorneweg: Dieses Buch habe ich in das Deutsche übersetzt – und es war mit ein Vergnügen. Als ich dafür das Original zur ersten Ansicht vom Verlag bekam, war meine erste Frage, wie wohl Michael Freeman dieses Thema in seine “Einzelteile” zerlegen wird. Ich kenne bereits mehrere Werke dieses britischen Fotografen und Autoren, unter anderem den Bestseller Der fotografische Blick, und schätze seine Art, wie er einzelne Aspekte gründlich, strukturiert und auch mit einem fotografiehistorischen Hintergrund beleuchten und dem Leser nahebringen kann, ohne dabei langatmig zu werden oder sich in technischen Nebenschauplätzen zu verlieren.
Nun aber zum Buch: Freeman geht weit über die technischen Fragen der Belichtung hinaus und regt den Leser zu Belichtungsentscheidungen an. Das Wort “Belichtungsentscheidung” findet sich immer wieder im Buch und verdeutlicht, dass es sich bei der Belichtung um ein aktives und im besten Sinne gestalterisches Wirken des Fotografen handeln kann, wenn er denn diese Rolle übernimmt und nicht die Kamera belichten lässt. Er gliedert dazu das Buch in fünf Teile: Das erste, kurze Kapitel komprimiert gleich vorneweg das Folgende und konzentriert sich auf Entscheidungsfindungen, strukturiert und auffordernd zum Einüben, denn bei manchen Motiven muss es auch einmal schnell gehen. Im zweiten Kapitel geht es um die technischen Belange der Belichtung: Zusammenhänge mit den Aufnahmeparametern, Möglichkeiten und Limitationen von Kameras und Sensoren, die Methoden der Belichtungsmessung oder die Rolle der Farbe. Programmatisch ist das dritte Kapitel mit “Die Zwölf” benannt. Freeman unterteilt alle möglichen Belichtungsszenarien in zwölf Situationen – was immer man durch den Sucher sieht, lässt sich in einer dieser Szenarien einordnen. Hier nennt er auch jeweils konkret, was man als Fotograf dabei abschätzen und berücksichtigen sollte, und wo Schlüsselstellen und Schlüsseltonwerte liegen. Kapitel 4: Gestaltung. Ja, mit Belichtung(sentscheidungen) gestalten – anstatt, ich wiederhole mich gerne – belichten lassen. Besonders gefallen haben mir hier seine Überlegungen zu Low-key unter dem Abschnittstitel “Lob des Schattens” (einem japanischen Essay aus den 1930er Jahren entliehen, das die Einführung der Glühbirnen schmäht) und die Art, wie er das heilige Ansel Adams´sche Zonensystem erst zerpflückt, in seiner ursprünglichen Intention als inadäquat für die Digitalfotografie entlarvt und dann doch den Nutzen zeigt, wenn man (der Digitalfotografie adäquat) in Zonen denkt. Chapeau! Das letzte, kurze Kapitel schließt das Buch mit der Nachbearbeitung ab. Die Möglichkeiten der nachgelagerten Belichtungsregelung mit Raw-Konverter oder HDRI-Techniken sind schließlich nicht von der Hand zu weisen.
Freemans Kunst der perfekten Belichtung ist nach einem Doppelseitenkonzept aufgebaut – fast jedes Einzelthema ist so ohne Umblättern studierbar – und eine Website mit Beispielbildern für die Monitoranzeige unterstützt den visuellen Vermittlungswert der guten und treffenden Abbildungen. Bei den Aufnahmen konnte Freeman aus seinen reichhaltigen Fundus wählen, und so sehen wir Beispiele von Auftragsarbeiten etwa für Time-Life oder solche, die für Architektur- und Designbücher entstanden.
Die Lektüre alleine führt natürlich nicht zur perfekten Belichtung. Üben, Praxis erlangen und sich an der Kamera mit Freemans Wegweiser zur aktiven Belichtungsarbeit auseinander zu setzen – dazu fordert das Buch auf. Ein simples “Tu es so” erspart Freeman dem Leser dabei, und das ist auch besser so.
Michael Freeman, Kunst der perfekten Belichtung, Markt&Technik, ISBN 978-3-8272-4435-2, € 29,95




