über digitalfotografie, bildbearbeitung und fine-art-printing

Sichtbare Stitching-Grenzen: Kein bug, ein feature

Donnerstag, Juli 30th, 2009

Die Panorama-Stitching-Funktion Photomerge ist ja seit Photoshop CS3 richtig brauchbar geworden, aber eine Sache hat einen Bekannten von mir regelmäßig aus Glatteis geführt: Immer wenn er ein Panorama mit Himmelsbereichen von Photoshop stitchen ließ, waren anschließend im Himmelsblau feine weiße Risse an den Übergangsstellen zu sehen. Oft hat er daher Photomerge nicht ausprobiert und lieber wieder in Autopano Pro gearbeitet. Nun, ein Stitching-Fehler ist es nicht, sondern nur ein Darstellungsfehler, solange das Photomerge-Panorama noch aus Einzelebenen besteht und in keine größere Ansicht gezoomt wird. Ich habe die weißen “Risse” hier rot umrandet, wobei ich für die Markierungen eine eigene Ebene angelegt habe (für eine größere Darstellung in das Bild klicken):

Photostitch-Panorama mit Rissen

Photostitch-Panorama mit Rissen


Diesen Darstellungs-Bug kann man nun zu einem Feature ummünzen, wenn man wie ich die Risse markiert, um nach dem Ebenen-Reduzieren (die Markierungs-Ebene dafür ausblenden und dann “Sichtbare auf einen Ebene reduzieren” wählen) die Stitching-Übergänge schneller identifizieren zu können (dazu wird die Markierungsebene wieder eingeblendet). So lässt sich das Panorama auch in höheren Zoomdarstellungen leichter auf Übergangsfehler überprüfen. Hier übrigens das fertige, rissfreie Panorama, für die Web-Darstellung verkleinert (sagte ich schon, dass ein Klick ins Bild eine vergrößerte Darstellung bewirkt?):

Auf dem Alpeiner Ferner vor der Ruderhofspitze (links).

Auf dem Alpeiner Ferner vor der Ruderhofspitze (links).


(Das ganze habe ich natürlich nur geschrieben, um ein Bild meiner letzten Hochtour im Blog veröffentlichen zu können ;-) )

Photomatix Pro 3.2: Kleines Update, viel smoother

Donnerstag, Juli 23rd, 2009

Ohne großes Brimborium hat HDR Soft sein HDRI-Programm Photomatix Pro auf den Versionsstand 3.2 gebracht (vorerst nur in Englisch. Edit 07.09.09: Mittlerweile ist Photomatix Pro 3.2.2 für Mac und Snow-Leopard-kompatibel! auf Deutsch verfügbar, die Version für Windows soll bald folgen). Und siehe da: Eine kleine Änderung hat eine große Wirkung. So sehr ich auch Photomatix und speziell seine Detail-Enhancer-Funktionen zum Tonemapping seit langem schätze, das fünfstufige Kontrast-Glätten (Smoothing) war mir immer zu grobstufig. Mit ihr regelt man den Effekt zwischen “künstlich” (dem weit verbreiteten HDR-Look) und einer mehr natürlichen Wirkung. In Version 3.2 ist die Glätten-Regelung nun ein (fast) stufenloser Schieberegler – Klasse!

Photomatix jetzt mit stufenloser Glätten-Regelung

Photomatix jetzt mit stufenloser Glätten-Regelung


Ein paar weitere Neuerungen gibt es auch: Das Histogramm ist nun in einer schwebenden Palette, weitere Raw-Formate werden unterstützt und statt einem Default gibt es jetzt ab Werk mehrere ganz taugliche Tonemapping-Vorgaben.

Pieps und blink, ich bin im Lot

Donnerstag, Juli 23rd, 2009

Warum an einer digitalen Kamera mit ollem analogen Zubehör arbeiten? Im Zuge der Volldigitalisierung legt sich der geneigte Digitalfotograf keine Wasserwaage-Würfel mit schwimmenden Tropfen mehr zu, sondern greift zur piepsenden und blinkenden Variante mit LED-Anzeige: dem Action-Level Sound von Kaiser Fototechnik.

Digitale Wasserwaage mit LED- und Akustikanzeige

Digitale Wasserwaage mit LED- und Akustikanzeige


Es gibt auch eine Variante ohne Piepston-Nachricht, aber die audiovisuelle “Ich bin jetzt im Wasser”-Benachrichtigung des Action Level Sound macht auf jeden Fall mehr her. Fehlt nur noch, dass die Horizontallage-Meldung via Blitzschuh in die Exif-Aufnahmedaten geschrieben werden kann…

Richtige Belichtung bei Raw-Aufnahmen

Montag, Juli 20th, 2009

Bei DSLR-Fotografen ist das Aufnehmen im Raw-Format zunehmend populär geworden. Schließlich bietet das Raw-Format – neben anderen Vorteilen – einigen Spielraum bei der nachträglichen Belichtungseinstellung. Je nach Kamera können dies bis zu zwei Blendenstufen sein, mindestens eine Blendenstufe Belichtungskorrektur per Software ist aber auf jedem Fall machbar. Doch wie soll man nun in der Kamera belichten? Soll der Schwerpunkt darauf liegen, alle Lichterzeichnung zu erhalten und deshalb besser unterzubelichten? Oder soll man besser daruf achten, dass die Bildtiefen gut durchgezeichnet sind, mit der Gefahr, dass Lichter ausreißen? Die (vielleicht wenig überraschende) Empfehlung ist: Belichtet auf die Lichter. Und bei kritischen Bildtiefen im Motiv: Besser leicht überbelichten.

Raw-Aufnahmen: Negative Belichtungskorrekturen sind besser.

Raw-Aufnahmen: Negative Belichtungskorrekturen sind besser.


Aufgrund der Umverteilung des linearen Helligkeitsverlaufs einer Raw-Datei in eine gammakorrigierte Bilddarstellung, wie sie unserer Sehweise entspricht, ist eine Belichtung auf die Lichter bis hin zu einer leichten Überbelichtung ratsamer als eine Unterbelichtung. In den dunkleren Bildbereichen stehen nämlich nach der obligatorischen Gammakorrektur weniger aufgezeichnete Tonwerte zur Verfügung – die dunkelste Blendenstufe ist mit weit weniger Tonwerten besetzt als die nächsthellere – und diese Tonwerte werden bei einer Unterbelichtungskorrektur im Raw-Konverter gespreizt, was zu Abrissen in dunklen Bildbereichen führen kann. Noch schlimmer: Die Tonwertspreizung verdeutlicht auch erbarmungslos vorhandenes Bildrauschen, das sich vorzugsweise in den Bildtiefen ansammelt. Ein zweites Argument für eine Belichtung auf die Lichter ist, dass im Raw-Konverter Tonwertrekonstruktionen am Lichterende leichter gelingen. Man sollte also den zusätzlichen Tonwertumfang einer Raw-Aufnahme dazu nutzen, in der Belichtungskorrektur per Raw-Konverter die Lichter exakter einzustellen.
Noch ein Hinweis: Die Belichtung lässt sich am Kamera-Display mit der Histogrammanzeige kontrollieren. Dazu sollte man jedoch wissen, dass die Histogrammanzeige aus der in der Raw-Datei eingebetteten JPEG-Vorschaudatei erzeugt wird. Diese kann je nach Kameramodell eine etwas hellere oder dunklere Tonwertverteilung haben als die Raw-Datei beziehungsweise die Standard-Entwicklung einer Raw-Datei. Solche Abweichungen lassen sich durch mehrere Vergleiche von Standard-Rawentwicklungen und entsprechenden JPEG-Aufnahmen (am besten im Modus Raw + JPEG aufgenommen) feststellen.

Lightroom-Tipp: Crop-Faktor wiederholen

Freitag, Juli 17th, 2009

Lightroom merkt sich das letzte Beschneidungsverhältnis

Lightroom merkt sich das letzte Beschneidungsverhältnis


Dieser Tipp beschleunigt die Arbeit beim Beschneiden mehrerer Bilder auf ein gemeinsames Breiten-Höhen-Verhältnis, etwa auf ein gemeinsames Panorama-Format. Ist dieses, zum Beispiel ein benutzerdefiniertes Verhältnis von 2 x 5, im Werkzeuge-Bedienfeld eingerichtet und auf ein Bild angewendet, merkt sich Lightroom dieses Seitenverhältnis (und die Position des Überlagerung-freistellen-Rahmens), wenn nach Anwahl eines weiteren Bilds anstatt der R-Taste die S-Taste gedrückt wird.

Der Photoshop-Kurztipp: Farben von outa space aufnehmen

Mittwoch, Juli 15th, 2009

Das Pipette-Werkzeug von Photoshop CS4 kann nicht nur Farben aus Photoshop-Dokumenten aufnehmen, sondern auch aus Dokumenten, die in anderen Programmen geöffnet sind (oder was auch immer neben Photoshop noch auf dem Desktop zu sehen ist). Beispielsweise lassen sich so Farbwerte aus Web-Dokumenten in Photoshop übernehmen. Die Vorgehensweise: Erst einmal sicherstellen, dass die Aufnahmefarbe auch zu sehen ist, wenn Photoshop aktiv ist. Dann mit der Pipette in ein Photoshop-Dokumentfenster klicken und Maustaste gedrückt halten. Den Mauszeiger (das Pipettensymbol) auf die Aufnahmefarbe bewegen. Maustaste loslassen. Farbe eingesackt – ist jetzt Photoshop-Vordergrundfarbe. (Dat ganze Prozedere mit gedrückter Alt-Taste macht die Alien-Farbe zur Hintergrundfarbe.)

Gridiron Flow für Kreativ-Chaoten

Sonntag, Juli 5th, 2009

Dieses Wochenende habe ich mir Flow 1.0 von Gridiron installiert, das ich bereits letztes Jahr in einer frühen Beta-Version getestet habe. Das Programm wendet sich an kreative Chaoten (als Einzelplatzanwender und kleine Arbeitsgruppen), denen es in einem Workflow Map genannten Interface Kontrolle über die in einem Projekt verwendeten Assets wie Bilder, Grafiken und Layouts verschafft, ohne dass dabei die gewohnte Arbeitsweise geändert werden muss. In den Workflow Maps stellt Flow die Verbindungen, Versionen und weitere Verwendungen aller in einem Projekt verwendeter Dateien dar. Aus den Workflow Maps können Dateien auch direkt geöffnet werden sowie die beteiligten Dateien auf ihrem aktuellen Stand in Paketen gesammelt werden. Zusätzlich zum eigenen Interface stellt Flow auch Flash Panels für Adobe CS4-Anwendungen wie Photoshop, Indesign, Illustrator und Flash bereit, die entsprechende Auskünfte für die aktive Datei zeigen. Neben Versionen, die eigens („Speichern unter“) vom Anwender gesichert wurden, zeichnet Flow auch Versionen auf, die die Dateihistorie wiederspiegeln, und gibt Anwendern die Möglichkeit, frühere Versionen wieder zu aktuellen Versionen umzuwandeln. Ein Beispiel dafür wäre die Wiederherstellung der Ebenen einer versehentlich reduzierten Photoshop-Datei („Uuups, ich habe die Bilddatei flachgemacht“). Auch beim Löschen von in Projekten verwendeter Dateien warnt Flow den Anwender – dazu dient unter anderem das Flow-Dashbord auf dem Desktop.

Flow: Workflow Map

Flow: Workflow Map


Flow 1.0 ist zunächst nur in englischer Sprache verfügbar, kann aber auch auf deutschen Mac- und Windows-Installationen uneingeschränkt eingesetzt werden. Das Tool kennt die Dateiformate von über 50 Programmen, darunter Adobes CS4-Programme, Final Cut Pro, den Apple Works Programmen, Word, Excel, Power Point oder Cinema 4D. Im Sommer 2009 sollen auch Quark Xpress und die Avid-Produkte unterstützt sein, außerdem soll bis Herbst 2009 auch eine deutsche Lokalisierung von Flow erscheinen. Flow 1.0 kostet als Einzelplatzversion 300 US-Dollar und als Dreiplatzversion 400 US-Dollar, die lokalisierte Version soll dem Wechselkurs entsprechend kosten.
Mein erster Eindruck: Flow macht sich ganz schön nützlich und ich kann mir vorstellen, das Programm im regelmäßigen Einsatz zu haben. Schließlich lege ich regelmäßig Versionen von Bilddateien an, arbeite oft mit verschiedenen Landesversionen von Indesign-Dateien und habe auch schon mal versehentlich Ebenen einer Photoshop-Datei geschrottet, die ich noch gebraucht hätte. Mit Flow habe ich auch schnell einen Überblick, wo ich eine Datei noch verwende und auch die Warnung vor dem Löschen einer Asset-Datei kann eines Tages Gold wert sein (und zusätzliche Nachtschichten ersparen).