über digitalfotografie, bildbearbeitung und fine-art-printing

Snow Leopard, Profilierungstargets-Druck und Photoshop CS5

Sonntag, Mai 2nd, 2010

Farbhandhabung in Photoshop CS5 - die Option „Kein Farbmanagement“ gibt es nicht mehr.


So geht es auch: Nach anhaltenden und anscheinend unlösbaren Problemen, die nur im Bermudadreieck zwischen Apple, Adobe und Druckerherstellern (vornehmlich Epson) zu lösen wären, hat Adobe aus dem Drucken-Menü von Photoshop CS5 (Mac-Version) die Farbhandhabung-Option „Kein Farbmanagement“ entfernt. Hintergrund dieser Maßnahme ist ein fehlerhafter Ausdruck von Profilierungstargets, die man zur Erstellung von Drucker/Papierprofilen benötigt und die OHNE Farbmanagement ausgedruckt werden müssen. Unter Snow Leopard führt ein solcher Ausdruck zu unbrauchbaren Profilierungstarget-Ausdrucken, weil das Ohne-Farbmanagement-Drucken nicht so klappt und Snow Leopard durch irgendeine Einrechnung von Arbeitsfarbraum-Profildaten das Ergebnis verfälscht. Diese Problematik scheint überwiegend mit Epson-Druckertreibern aufzutreten; mir ist aber auch ein Fall bekannt, in dem ein HP Z3100 Drucker betroffen war. Wer das nicht rechtzeitig bemerkt, erstellt durch Ausmessung eines solchen verfälschten Target-Ausdrucks auch noch ein unbrauchbares Drucker/Papierprofil und ärgert sich über verschwendete Zeit, Papiere und Tinten.
In einer Tech Note hat Adobe jetzt drei Umwege beschrieben, wie man doch ohne Farbmanagement ein Target ausdrucken kann (die ich hier übersetzte):
1) Wer auf einen Epson-Drucker im Advanced Black-and-White-Modus ausdruckt, wählt „Farbverwaltung durch Drucker“. Bei älteren Druckertreibern muss möglicherweise das Bild zuvor in sRGB konvertiert werden.
2) Bei einem Farbdruck auf einen Epson-Drucker sollte man das Target mit dem Vorschau-Programm ausdrucken. Im Popup-Menü des Drucken-Dialogs wählt man „Farbanpassung“ und dann die Epson-Farbanpassung. Im Druckertreiber-Dialog ist dann noch die entsprechende Option „Farbmanagement AUS“ oder je nach Druckertreiber ein gleichartige Option zu wählen.
3) Aus Photoshop (auch CS4) geht auch ein so genannter Null-Transform-Druck. Bei geöffneten Target wählt man Bearbeiten > Profil zuweisen und dort das Adobe RGB Profil. Im Drucken-Dialog wählt man im Farbverwaltung-Popupmenü „Farbverwaltung durch Photoshop“ und im Druckerprofil-Popup-Menü ebenfalls Adobe RGB. Als Renderpriorität stellt man „Relativ farbmetrisch“ ein. Die Option „Tiefenkompisierung“ gehört deaktiviert. Im folgenden Druckertreiber-Dialog ist nun die entsprechende Option „Farbmanagement AUS“ oder je nach Druckertreiber ein gleichartige Option zu wählen.
Wie aus der Tech Note ebenfalls hervorgeht, will Adobe ein Progrämmchen schreiben, das unter Mac OS den farbmanagementfreien Druck ermöglicht. Es soll demnächst auf Adobe Labs zum freien Download veröffentlicht werden.
Zum Schluss mein Workaround: Wer Parallels oder eine andere Virtualisierungssoftware auf einem Mac verwendet, kann seine Targets auch unter Windows ausdrucken – das tut es genauso.

LFP-Medientestsets von Fujifilm

Donnerstag, März 11th, 2010

Fujifilm Imaging Systems bietet ab sofort Testsets ausgewählter Bedruckmedien für Large Format Printing an. Es wurden zwei Rollenware-Testsets für die Bereiche Photo sowie Fine Art zusammengestellt, dabei handelt es sich im Bereich Photo um
• Photo Glossy Paper 240g/qm 1,5m
• Photo Paper Satin 270g/qm 1,5m
• Pearl Photo Paper 290g/qm 1,5m

und im Bereich Fine Art um
• Artist Canvas 340g/qm 1,5m
• Natural Canvas 390g/qm 1,5m
• HD White Cotton 400 g/qm 1,5m

Die Testsets im Warenwert von bis zu 59 Euro können hier kostenlos bestellt werden. Das Material wird laut Fujifilm im Verlauf von etwa sieben Werktagen kostenlos zugestellt.

Hahnemühle kooperiert mit Harman: Gloss-FB-Barytas und fünf neue Fine-art-Medien

Samstag, Februar 20th, 2010


„Harman Professional Inkjet by Hahnemühle“ wird eine neue Fine-art-Papierlinie heißen, die Hahnemühle FineArt Ende Februar auf der Messe PMA vorstellen wird. Das Sortiment soll sechs Papiere und ein Canvas umfassen und für Pigmenttinten und Dye-Tinten geeignet sein. So ganz genau konnte (oder wollte) sich Hahnemühle in einer ersten Pressemitteilung aber auch noch nicht über die Papiere auslassen – sicher ist nur, dass die Glossy-Baryt-Papiere von Harman (das von mir geschätzte Gloss FB Ai und Gloss FB Ai Warmtone) und keine bisher bekannten Hahnemühle-Papiere im ab April erhältlichen Sortiment enthalten sein werden.

Erster Blick auf den Epson Stylus Pro 3880

Sonntag, September 27th, 2009

Epson Stylus Pro 3880

Epson Stylus Pro 3880


Im Fine-art-Druck bis A2/17-Zoll markiert der Epson Stylus Pro 3800 bislang die Spitzenposition – in vier Wochen wird der Nachfolger Stylus Pro 3880 zu einem Listenpreis von 1665 Euro (inkl. MwSt) auf den Markt kommen. Ich hatte bereits Gelegenheit, mir den Drucker anzuschauen und mit Epson-Mitarbeitern über Details des Geräts zu sprechen.
Äußerlich ist der Stylus Pro 3880 nur durch den Modellnamen vom Vorgänger zu unterscheiden – und durch die zwei Tintenpatronen mit den neuen Tinten Vivid Magenta (Kennung T580A) und Vivid Light Magenta (T580B). Die anderen Ultrachrome-K3-Tintenpatronen mit 80 ml Füllmenge im Gerät waren dieselben, wie sie auch im 3800 zum Einsatz kommen (was heißt, dass für den 3880 auch ihre Chip-Codierung nicht geändert wurde). Mit dem neuen Tintensatz, der eine erhöhte Saturation bei Blau- und Magentatönen ermöglicht, ist der 3880 nun in Linie mit den größeren Geräten der XX80-Klasse. Für Epson war die Hauptmotivation, Kunden im Proofbereich mit dem 3880 denselben Druckergamut wie beim 7880, 9880 und 11 880 anzubieten, weniger habe man dabei auf den Fine-art-printing-Bereich geschaut. Der profitiert allerdings auch davon, dass sich die Graustabilität und Metamerieunanfälligkeit mit der neuen Tintenrezeptur weiter erhöht. Die auf Ausdrucken sichtbaren Unterschiede zum Vorgänger dürften aber nur minimal sein – für Besitzer des 3800 also kaum Anlass, über einen Wechsel nachzudenken.
Die neuen Vivid-Magenta-Tinten (im Bild markiert)

Die neuen Vivid-Magenta-Tinten (im Bild markiert)


Zudem habe ich auch ein Detail zum Tintenverbrauch erfahren. Der 3800 und jetzt der 3880 bieten ja gegenüber beispielsweise dem 2880 den Vorteil, Mattschwarz und Photoschwarz gleichzeitig installiert zu haben und zwischen diesen automatisch umschalten zu können. Einen Tintenverbrauch beim Wechsel gibt es selbstverständlich dennoch, und der soll nun beim Wechsel von Matt- auf Photoschwarz 4,5 ml und beim Wechsel von Photo- auf Mattschwarz 1,5 ml betragen. Es bleibt also die Empfehlung, einen solchen Wechsel erst dann zu machen, wenn sich eine Reihe von Druckaufträgen für den anderen Medientyp (Glanz- oder Mattpapier) angesammelt haben. (Nebenbei habe ich übrigens erfahren, dass Epson im Herbst neue Papiere auf den Markt bringen wird.)
Im Zusammenhang mit den neuen Tinten ist auch die innere Beschichtung der Druckköpfe geändert worden, laut einem Epson-Mitarbeiter ist dies der Viskosität der neuen Tinten geschuldet. Auch sollen Reinigungszyklen dadurch schneller und mit weniger Tintenverbrauch erfolgen.
Neben Vivid-Magenta und Druckkopfbeschichtung ist die dritte Neuerung am interessantesten für Fine-art-Printer. Als Auftragsforschung für Epson entstand am Munsell Color Science Laboratory des Rochester Instituts of Technology eine neue Rasterungstechnik namens Accu Photo HD2. Mit ihr soll die Gradation in Farb- und Graustufenübergängen verbessert werden, und das insbesondere auch im Schwarzweißdruck, wo es sich vor allem im Lichterbereich bemerkbar macht. Bei High-key-Hauttönen in Ausdrucken des 3880 macht sich das nach meiner Beobachtung sichtlich bemerkbar; der Übergang in absolutes Weiß ist kornfreier. Accu Photo HD2 sorgt auch für eine größere Homogenität der Farbdichten bei verschiedenen Auflösungsstufen. Laut Epson kann man so ein einziges ICC-Profil für verschiedene Druckauflösungen einsetzen.
Da von Hewlett-Packard und von Canon in der Formatklasse Blattware bis 17 Zoll nichts neues zu vernehmen ist (die 17-Zoll-Lücke zwischen einem HP B9180 oder einem Pixma Pro 9500 Mark II und den größeren Rollendruckern bleibt bestehen), wird der Stylus Pro 3880 seinen Vorgänger vorerst ungehindert als Referenz ablösen können. Weiteres zum Stylus Pro 3880 werde ich in diesem Blog nach ersten Praxiserfahrungen posten.

Schwerer Barytkarton und schweres Photo Rag von Hahnemühle

Samstag, August 22nd, 2009

„Gewichtige“ Nachrichten vom Fine-art-Papierhersteller Hahnemühle. Zur Photo Plus Expo Ende Oktober in New York wird das Baryta FB (Fibre Based) eingeführt werden (edit: in D, A, CH soll es bereits im September erhältlich sein). Das hellweiße Papier hat ein Flächengewicht von 350 Gramm pro Quadratmeter, was den Barytkarton-Eindruck unterstützen soll. Die Oberfläche des Baryta FB ist hochglänzend.
Auch beim Klassiker Photo Rag setzt Hahnemühle ein paar Gramm drauf. Das bisher schwerste Photo Rag wird von 460 auf 500 Gramm pro Quadratmeter „aufgewichtet“; Oberfläche und Struktur sind überarbeitet. Das Photo-Rag-Schwergewicht gibt es nur als große Blattware á 25 Blatt in A2 und 24 mal 30 Zoll.