über digitalfotografie, bildbearbeitung und fine-art-printing

Snow Leopard, Profilierungstargets-Druck und Photoshop CS5

Sonntag, Mai 2nd, 2010

Farbhandhabung in Photoshop CS5 - die Option „Kein Farbmanagement“ gibt es nicht mehr.


So geht es auch: Nach anhaltenden und anscheinend unlösbaren Problemen, die nur im Bermudadreieck zwischen Apple, Adobe und Druckerherstellern (vornehmlich Epson) zu lösen wären, hat Adobe aus dem Drucken-Menü von Photoshop CS5 (Mac-Version) die Farbhandhabung-Option „Kein Farbmanagement“ entfernt. Hintergrund dieser Maßnahme ist ein fehlerhafter Ausdruck von Profilierungstargets, die man zur Erstellung von Drucker/Papierprofilen benötigt und die OHNE Farbmanagement ausgedruckt werden müssen. Unter Snow Leopard führt ein solcher Ausdruck zu unbrauchbaren Profilierungstarget-Ausdrucken, weil das Ohne-Farbmanagement-Drucken nicht so klappt und Snow Leopard durch irgendeine Einrechnung von Arbeitsfarbraum-Profildaten das Ergebnis verfälscht. Diese Problematik scheint überwiegend mit Epson-Druckertreibern aufzutreten; mir ist aber auch ein Fall bekannt, in dem ein HP Z3100 Drucker betroffen war. Wer das nicht rechtzeitig bemerkt, erstellt durch Ausmessung eines solchen verfälschten Target-Ausdrucks auch noch ein unbrauchbares Drucker/Papierprofil und ärgert sich über verschwendete Zeit, Papiere und Tinten.
In einer Tech Note hat Adobe jetzt drei Umwege beschrieben, wie man doch ohne Farbmanagement ein Target ausdrucken kann (die ich hier übersetzte):
1) Wer auf einen Epson-Drucker im Advanced Black-and-White-Modus ausdruckt, wählt „Farbverwaltung durch Drucker“. Bei älteren Druckertreibern muss möglicherweise das Bild zuvor in sRGB konvertiert werden.
2) Bei einem Farbdruck auf einen Epson-Drucker sollte man das Target mit dem Vorschau-Programm ausdrucken. Im Popup-Menü des Drucken-Dialogs wählt man „Farbanpassung“ und dann die Epson-Farbanpassung. Im Druckertreiber-Dialog ist dann noch die entsprechende Option „Farbmanagement AUS“ oder je nach Druckertreiber ein gleichartige Option zu wählen.
3) Aus Photoshop (auch CS4) geht auch ein so genannter Null-Transform-Druck. Bei geöffneten Target wählt man Bearbeiten > Profil zuweisen und dort das Adobe RGB Profil. Im Drucken-Dialog wählt man im Farbverwaltung-Popupmenü „Farbverwaltung durch Photoshop“ und im Druckerprofil-Popup-Menü ebenfalls Adobe RGB. Als Renderpriorität stellt man „Relativ farbmetrisch“ ein. Die Option „Tiefenkompisierung“ gehört deaktiviert. Im folgenden Druckertreiber-Dialog ist nun die entsprechende Option „Farbmanagement AUS“ oder je nach Druckertreiber ein gleichartige Option zu wählen.
Wie aus der Tech Note ebenfalls hervorgeht, will Adobe ein Progrämmchen schreiben, das unter Mac OS den farbmanagementfreien Druck ermöglicht. Es soll demnächst auf Adobe Labs zum freien Download veröffentlicht werden.
Zum Schluss mein Workaround: Wer Parallels oder eine andere Virtualisierungssoftware auf einem Mac verwendet, kann seine Targets auch unter Windows ausdrucken – das tut es genauso.

Wacom Cintiq 21UX: Grafiktablettmonitor für Begüterte

Montag, März 1st, 2010


Wacom hat sein interaktives Stift-Display (Herstellerbezeichnung) Cintiq auf Intuos-Linie gebracht und bietet den Grafiktablettmonitor (meine Bezeichnung) nun mit zwei Touch Strips auf der Gehäuserückseite für anwendungsspezifische Funktionsbelegungen an. Da das Display leicht angewinkelt vor einem liegt, kann man die Touch Strips bequem mit Zeige- und/oder Mittelfinger bedienen. Die Zahl der Express Keys, die sich ebenfalls mit anwendungsspezifischen Funktionen belegen lassen, beträgt je acht auf linker und rechter Vorderseite. Die enorm feine Druckempfindlichkeit der Intuos-Linie will der Hersteller auch auf das Display mit 21 Zoll Diagonale übertragen haben, es sollen also 2048 Druckstufen unterschieden werden können. Ab einem „Anfangsgewicht“ von etwa einem Gramm werden Malstriche eines Grafikstifts erkannt. Der Malmonitor ist für 2000 Euro ab Ende März im Handel.

Ähnliche Artikel:
Erster Eindruck: Grafiktablett Wacom Intuos 4

Jetzt aber nicht am Glas sparen: Canon EOS 550D mit 18-MP-Sensor

Montag, Februar 8th, 2010


Canon legt mit der neuen Hobby-DSLR EOS 550D drei mal eine Schaufel zu: 18 Megapixel Sensorauflösung (im gleichgroßen APS-C-Format wie bei der EOS 7D), Full-HD-movie mit 1080p bei wahlweise 30, 25 oder 24 fps und ein 3-Zoll-Display mit über einer Millionen Bildpunkte Auflösung. Das ganze für 730 Euro das Gehäuse oder 830 Euro mit dem 18-55mm Kitobjektiv. Ich sehe schon die passende Geiz-ist-Geil-Werbesprüche eines großen deutschen Elektronik-Wholesalers ab März, wenn die Kamera verfügbar ist, auf uns zukommen, im Fernsehspot von Mario B. von der Bühne gebrüllt. Displayauflösung und Full-HD für den Nebenerwerbsfilmer gehen ja in Ordnung, aber bei 18 MP Sensorauflösung kann man wohl das Einsteiger-Kit-Objektiv vergessen. Also, Kaufinteressierte, Geiz vergessen und auch in gutes Glas inverstieren. Das 18-135 IS wäre da gar nicht mal so schlecht und gibt es im Bundle mit dem Gehäuse für 1030 Euro.

Weshalb Digitalfotos weniger Pixel haben als der Sensor

Dienstag, Februar 2nd, 2010

„Schreib das doch mal in deinem Blog, warum meine Digitalfotos weniger Pixel haben als der Sensor meiner Kamera.“

Meine Bekannte hat eine Canon EOS 450D mit 12,2 Millionen Pixel auf dem Sensor. Die Bilder haben 12 166 656 Pixel. Macht 33 344 fehlende Pixel, hat sie ausgerechnet, und mich gebeten, siehe oben, hier zu beantworten, warum denn nicht alle Sensorpixel in den Aufnahmen sind (damit sie nachlesen kann, wie das ist – vorhin im Café konnte sie sich das nicht merken).

Die Kamerahersteller nutzen aus mehreren Gründen nicht alle Sensorpixel für die Bilddaten aus. Die Randpixel werden zum einen aus Qualitätsgründen nicht genutzt, teilweise ist die Sensorfläche am Rand bedeckt, und außerdem werden deren Signale zum Steuern des Auslesens des Sensors verwendet. Schließlich gibt es auch Format- und Kompressionsgründe: Die Digitalfotos sollen ein bestimmtes Seitenformat einhalten, bei der EOS 450D ist das wie bei DSLRs üblich das Verhältnis 3 zu 2. Gleichzeitig braucht es zum schnellen JPEG-Komprimieren der Sensordaten Pixelblöcke von 8 mal 8 Pixel. Also soll die Anzahl der Pixel in der Breite und die Anzahl der Pixel in der Höhe gleichzeitig das Verhältnis 3 zu 2 einhalten und sich durch 8 teilen lassen. Taschenrechner gezückt: Die Bilder der 450D haben 4272 mal 2848 Pixel. Beides lässt sich ganzzahlig durch 8 teilen, das gibt 534 mal 356 Blöcke á 8 mal 8 Pixel. Und 4272 geteilt durch 2848 ergibt 1,5, das ist daselbe Verhältnis wie 3 zu 2.

Apple iPad mag Digitalkameras

Mittwoch, Januar 27th, 2010

iPad mit der Photos-App


Im Hype um das gerade vorgestellte iPad von Apple ging dieses Detail wohl etwas unter: Das neue Device hat ein Programm namens Photos (so etwas wie ein abgespecktes iPhoto für unterwegs) und um Bilder auf die flache Apple-Flunder zu bringen, gibt es von Apple auch ein Camera Connection Kit.

Camera Connection Kit des iPad


Dies besteht aus zwei Adaptern für den speziellen, weil ultraflachen USB-Port des iPad. Einer der Adapter ist eine Karten-Schreib/Lesegerät für SD-Karten, der zweite Adapter ist für den Anschluss einer Digitalkamera via USB-Kabel gedacht. Ich bin gespannt, wann erste Apps auftauchen, die sich beispielsweise für tethered shooting mit dem iPad eignen. Vielleicht gibt es ja bald auch eine Art Lightroom lite…

Link-Tipp: Monitortestbilder für Win und Mac

Dienstag, Januar 26th, 2010

Es ist schon seltsam. Die Digitalfotografie bringt es mit sich, dass immer mehr Bilder am Monitor beurteilt werden, aber kaum jemand kümmert sich darum wie zuverlässig sein Monitor eigentlich in der Anzeige ist. Grund genug, hier mal einen Download-link zu einer kompletten Suite an Monitortestbildern von Karl Koch von Basiccolor anzubieten. Die Schreibtischhintergrund-Testbilder enthalten keine ICC/ICM-Profile, was für die korrekte Darstellung der Testelemente Voraussetzung ist. Außerdem enthalten sie keinen Gamma-Tag, wie dies sonst beim TIF-Format der Fall ist. Wer als Mac-Anwender die Testbilder als Schreibtischhintergrund verwenden will, sollte noch folgendes beherzigen: Apple hat die Darstellung von Schreibtischhintergrundbildern in den Betriebssystemversionen mehrfach geändert. Mac OS X 10.3 und 10.4 benötigen für eine richtige Darstellung die Testbilder im PDF-Format. Ab Mac OS X 10.5 muss man die Testbilder aus dem Windows-Ordner im .bmp-Format verwenden, da Apple bei PDFs die Darstellung des Schwarzpunkts geändert hat. Zu beachten ist auch, dass seit Snow Leopard das native Bildschirmgamma statt 1.8 den Wert 2.2 hat.

Erster Blick auf den Epson Stylus Pro 3880

Sonntag, September 27th, 2009

Epson Stylus Pro 3880

Epson Stylus Pro 3880


Im Fine-art-Druck bis A2/17-Zoll markiert der Epson Stylus Pro 3800 bislang die Spitzenposition – in vier Wochen wird der Nachfolger Stylus Pro 3880 zu einem Listenpreis von 1665 Euro (inkl. MwSt) auf den Markt kommen. Ich hatte bereits Gelegenheit, mir den Drucker anzuschauen und mit Epson-Mitarbeitern über Details des Geräts zu sprechen.
Äußerlich ist der Stylus Pro 3880 nur durch den Modellnamen vom Vorgänger zu unterscheiden – und durch die zwei Tintenpatronen mit den neuen Tinten Vivid Magenta (Kennung T580A) und Vivid Light Magenta (T580B). Die anderen Ultrachrome-K3-Tintenpatronen mit 80 ml Füllmenge im Gerät waren dieselben, wie sie auch im 3800 zum Einsatz kommen (was heißt, dass für den 3880 auch ihre Chip-Codierung nicht geändert wurde). Mit dem neuen Tintensatz, der eine erhöhte Saturation bei Blau- und Magentatönen ermöglicht, ist der 3880 nun in Linie mit den größeren Geräten der XX80-Klasse. Für Epson war die Hauptmotivation, Kunden im Proofbereich mit dem 3880 denselben Druckergamut wie beim 7880, 9880 und 11 880 anzubieten, weniger habe man dabei auf den Fine-art-printing-Bereich geschaut. Der profitiert allerdings auch davon, dass sich die Graustabilität und Metamerieunanfälligkeit mit der neuen Tintenrezeptur weiter erhöht. Die auf Ausdrucken sichtbaren Unterschiede zum Vorgänger dürften aber nur minimal sein – für Besitzer des 3800 also kaum Anlass, über einen Wechsel nachzudenken.
Die neuen Vivid-Magenta-Tinten (im Bild markiert)

Die neuen Vivid-Magenta-Tinten (im Bild markiert)


Zudem habe ich auch ein Detail zum Tintenverbrauch erfahren. Der 3800 und jetzt der 3880 bieten ja gegenüber beispielsweise dem 2880 den Vorteil, Mattschwarz und Photoschwarz gleichzeitig installiert zu haben und zwischen diesen automatisch umschalten zu können. Einen Tintenverbrauch beim Wechsel gibt es selbstverständlich dennoch, und der soll nun beim Wechsel von Matt- auf Photoschwarz 4,5 ml und beim Wechsel von Photo- auf Mattschwarz 1,5 ml betragen. Es bleibt also die Empfehlung, einen solchen Wechsel erst dann zu machen, wenn sich eine Reihe von Druckaufträgen für den anderen Medientyp (Glanz- oder Mattpapier) angesammelt haben. (Nebenbei habe ich übrigens erfahren, dass Epson im Herbst neue Papiere auf den Markt bringen wird.)
Im Zusammenhang mit den neuen Tinten ist auch die innere Beschichtung der Druckköpfe geändert worden, laut einem Epson-Mitarbeiter ist dies der Viskosität der neuen Tinten geschuldet. Auch sollen Reinigungszyklen dadurch schneller und mit weniger Tintenverbrauch erfolgen.
Neben Vivid-Magenta und Druckkopfbeschichtung ist die dritte Neuerung am interessantesten für Fine-art-Printer. Als Auftragsforschung für Epson entstand am Munsell Color Science Laboratory des Rochester Instituts of Technology eine neue Rasterungstechnik namens Accu Photo HD2. Mit ihr soll die Gradation in Farb- und Graustufenübergängen verbessert werden, und das insbesondere auch im Schwarzweißdruck, wo es sich vor allem im Lichterbereich bemerkbar macht. Bei High-key-Hauttönen in Ausdrucken des 3880 macht sich das nach meiner Beobachtung sichtlich bemerkbar; der Übergang in absolutes Weiß ist kornfreier. Accu Photo HD2 sorgt auch für eine größere Homogenität der Farbdichten bei verschiedenen Auflösungsstufen. Laut Epson kann man so ein einziges ICC-Profil für verschiedene Druckauflösungen einsetzen.
Da von Hewlett-Packard und von Canon in der Formatklasse Blattware bis 17 Zoll nichts neues zu vernehmen ist (die 17-Zoll-Lücke zwischen einem HP B9180 oder einem Pixma Pro 9500 Mark II und den größeren Rollendruckern bleibt bestehen), wird der Stylus Pro 3880 seinen Vorgänger vorerst ungehindert als Referenz ablösen können. Weiteres zum Stylus Pro 3880 werde ich in diesem Blog nach ersten Praxiserfahrungen posten.

Getestet: ColorChecker Passport Kameraprofilierung für Raw-Fotografen

Freitag, September 18th, 2009
ColorChecker Passport

ColorChecker Passport

Erst kürzlich habe ich in diesem Blog auf Raw-Kameraprofile hingewiesen und dabei auch den DNG Profile Editor erwähnt. Jetzt gibt es von Xrite eine neue Lösung namens ColorChecker Passport, bestehend aus einem Referenzfarbkarten-Set für die Aufnahme und aus einer Software, die automatisiert für die Erstellung eigener Kameraprofile sorgt. Das Referenzfarbkarten-Set besteht aus einem ColorChecker Classic (entspricht dem ColorChecker Classic oder Mini), einem Optimierungs-Target für das Neutralisieren, Abkühlen oder Wärmen der Weißbalance sowie einem Weißabgleichs-Target mit einer 18%-Graufläche. Alle drei Targets sind praktisch in einem aufklapp- und austellbaren Fächer kombiniert.
Zusätzlich gibt es zur Verwendung mit dem Color Checker Classic eine Software, die bequem das Erzeugen eigener Kameraprofile für Lightroom und Camera Raw/Photoshop erledigt.
(Update 21.09.09) Wie mir Xrite bestätigte, gibt es die Software für Besitzer des ColorChecker Classic oder ColorChecker Mini „free of charge“ hier zum Download. Enthalten sind eine Stand-alone-Version und das Plug-in für Lightroom.

Ich hatte bereits Gelegenheit, sie mit Raw-Aufnahmen eines ColorChecker Mini zu testen, der Ablauf – hier für Lightroom – ist sehr einfach:

Export zur Kamera-Profilerzeugung

Export zur Kamera-Profilerzeugung

Nach Installation des ColorCheckerPassport-Plugins wählt man eine Aufnahme mit dem Target aus und wählt im Bibliothek-Modul von Lightroom „Exportieren“. Im nun erscheinenden Dialog gilt es im Prinzip nur, das Profil zu benennen.

Color Checker Passport erzeugt das Kameraprofil

Color Checker Passport erzeugt das Kameraprofil

ColorChecker Passport erkennt nun automatisch die Farbfelder des Targets (es darf wie in dieser Aufnahme dabei ruhig verwinkelt sein), gleicht es mit den Sollwerten ab und erzeugt das eigene Kameraprofil.

Auswählen des eigenen Kameraprofils in Lightroom

Auswählen des eigenen Kameraprofils in Lightroom

Nach einem notwendigen Neustart von Lightroom steht das Kameraprofil nun bereit und kann auf weitere Aufnahmen dieser Lichtsituation angewendet werden.
Eine kleine Hintergrunderklärung: Die Kameraprofile in Lightroom und Camera Raw/Photoshop sind für die Farbinterpretation der Raw-Dateien zuständig, vergleichbar den Bildstilen (Standard, Landschaft, Porträt,…), die in der Kamera für JPEG-Bilder angeboten werden. Was ColorChecker Passport (die Software) macht, ist die möglichst farbgetreue Kalibrierung anhand des Targets. Wenn man mit zwei Aufnahmen für zwei verschiedene Lichtarten (beispielsweise 6500K und 3200K) profiliert, sind die so erzeugten Profile für praktisch alle Lichtverhältnisse geeignet. Man kann das Kameraprofil also für Blitzlicht, Tageslicht, Glühlampe und so einsetzen und für all diese Farbtemperaturen einen Weißabgleich machen. Wer es für eine Lichtart exakter haben will, macht ein Kameraprofil für diese eine Lichtart und braucht dafür nur eine ColorChecker-Aufnahme. Im hier gezeigten Beispiel wird nur für eine Lichtart profiliert – das bezeichnet man auch als szenenbezogene Profilierung.
Fazit: Eine eigene Kameraprofilierung ist nichts Neues, das erledigte schon der kostenlose DNG Profile Editor (dazu habe ich übrigens einen Artikel geschrieben, der in Ausgabe 12/09 der Macwelt erscheinen wird). Neu ist die Automatisierung, die etwas andere Profilierungsroutine und natürlich das praktische, on-location-geeignete Target-Set. Nach meinen ersten Tests sind die ColorCheckerPassport-Kameraprofile schon ziemlich genau in der Neutralität der Farbwiedergabe. Das sehr einfache Erzeugen der Profile macht ColorChecker Passport zu einem empfehlenswerten Mittel für Raw-Fotografen, die mit Lightroom und Camera Raw arbeiten und einen szenenbezogenen Farbabgleich schätzen.
(Update 27.10.09) Nachdem ich neue Testbilder mit der Panasonic DMC GF-1 aufgenommen habe, ist mir eine „Unverträglichkeit“ von Color Checker Passport aufgefallen. Das Programm benötigt DNG-Dateien zur Kameraprofilerstellung. Als Plug-in für Lightroom erzeugt es dieses Dateiformat temporär, die Stand-alone-Version benötigt direkt DNG-Dateien. Jedoch versteht Color Checker Passport bei bestimmten Kameramodellen wie der DMC GF-1 nicht die aktuellste DNG-Version (Camera Raw 5.4 und höher), man muss eine ältere DNG-Version (Camera Raw 4.6 und höher) verwenden. Wenn also die Kameraprofilierung direkt aus Lightroom nicht klappt (bei mir kam auch nur der Hinweis, dass das Target nicht erkannt wurde), hilft nur das Erzeugen einer DNG-Datei älterer Spezifikation von Hand. Lästig.
(Update 25.2.10) Mittlerweile ist ein Update auf Version 1.0.1 erschienen, mit dem jetzt alle Kameras unterstützt werden, die auch in Adobe Camera Raw 5.4 (und neuer) unterstützt werden. Dies beinhaltet unter anderem die FujiFilm FinePix-Reihe, Leica D-Lux 4, die Panasonic DMC-Reihe, Nikon D1X, Olympus C5060WZ und andere.
(Update 01.6.10) Zum Verwalten eigener DNG-Kameraprofile gibt es seit heute den DNG Profile Manager.

Stativ-Robotaufsatz für Gigapixel-Panoramas

Donnerstag, April 16th, 2009

David Bergmanns Monsterpanorama der Inaugoration-Zeremonie von Barrack Obama war eine der meistbeachtetsten Fotografien im Rahmen der Amtseinführung des amerikanischen Präsidenten. Fotografiert wurden die Einzelbilder des Panoramas mit dem Robot-Aufsatz Epic von Gigapan Systems. Dieser Aufsatz bewegt die Kamera um die jeweils nötige Kameraschwenkung um die Horizontal- und Vertikalachse und sorgt automatisch für die Aufnahmeauslösung.

Epic 100 Pano-Robotmount

Epic 100 Pano-Robotmount

Das erste Modell Epic war leider nur für Kompaktkameras ausgelegt, nun gibt es auch das Modell Epic 100, das auch für kleinere DSLRs wie eine Nikon D90 oder eine Sony Alpha 350 geeignet ist. Samt Objektiv stemmt das Epic 100 etwa 1,5 kg Gewicht; eine Stitching-Software wird mitgeliefert.
Das Ganze sieht den Übungsvideos von Gigapan Systems zufolge etwas nach hemdsärmeliger US-amerikanischer Ingenieurskunst aus, einen Designpreis werden sie jedenfalls nicht gewinnen. Der Prototyp des anscheinend robusten Systems hat es bereits bis auf den Mars geschafft und wurde dort auf den Rovers der Missionen Spirit und Opportunity eingesetzt. Trotz intensiven Zoomens in den entstandenen Mars-Panoramas wurden bis heute noch keine Marsmännchen auf den Panoramas entdeckt.
Anmerkung: Aus deutschen Landen kommt der vergleichbare Eigenbau GigaPanoBot von Traugott Emrich. Leider nicht zum Kaufen…

Erster Eindruck: Grafiktablett Wacom Intuos4

Montag, April 6th, 2009

Seit Donnerstag habe ich das Wacom Intuos4 leihweise zum Testen da, und ich muss sagen: Hut ab. Die verdoppelte Stiftandruck-Übersetzung von 2048 Stufen macht sich wirklich bemerkbar. Nachdem ich das halbe Wochenende und den Montag in Photoshop CS4 „malend“ verbracht und in den Tablett-Voreinstellungen ordentlich hin- und herkonfiguriert habe, kann ich hier mal kurz zusammenfassen, was mir positiv und negativ aufgefallen ist.

Intuos4 in Ausrichtung für Rechtshänder

Intuos4 in Ausrichtung für Rechtshänder

Daumen hoch:

  • der Stift beginnt bei leichtestem Druck mit Malstrichen, und das ohne Anfangsabweichung (dickerer Startpunkt, unkontrollierte Liniendicke,…) wie ich sie von älteren und billigereren Grafiktabletts kenne
  • die Abstufung der Drucksensitivität ist merklich feiner als beim Wacom Intuos3
  • das Design ist wirklich gelungen, da putzt man gerne noch schnell den Schreibtisch, damit der sich würdig unter dem Tablett macht
  • die Funktionstasten (ExpressKeys) und das neue Touch-Ring-Wahlrad sind auch für Linkshänder (in der grafischen Branche überdurchschnittlich häufig vertreten…) am richtigen Platz: Grafiktablett mit Tasten/Rad-Leiste rechts aufstellen und per Systemsteuerung auf Linkshänder umstellen – an beiden Seiten ist ein USB-Anschluss, damit auch das Kabel nicht unnötig weit geführt werden muss
  • das OLED-Display zeigt die Belegung schriftlich an, und das auch programmspezifisch, wenn ich eigene Einstellungen für ein Programm vorgenommen habe
  • durchdachter Stifthalter mit zehn Tausch-Stiftspitzen in der aufschraubbaren Basis
  • der Treiber (unter Mac OS X 10.5.6 getestet) macht einen sehr stabilen Eindruck

Daumen runter:

  • na ja, die Preisgestaltung (die L-Version, die mir vorliegt, steht mit € 480,- in der Liste)

Was noch anzumerken wäre: Das Intuos4 verwendet einen neuen Sensor für Andruck- und Neigungserkennung, der sich nicht mit Stiften älterer Wacom-Tabletts versteht. Außer dem Standard-Grip-Pen sind aber momentan keine Zusatzstifte wie der Airbrush zu haben. Sie sollten aber in den nächsten Wochen in Wacoms Zubehörliste auftauchen, darunter auch ein Markerstift, der neben Andruck und Neigung auch die Rotation via Sensor berücksichtigt. Eine Maus ist in Europa nicht im Lieferumfang enthalten.